Raumhygiene
Warum verteilt sich Hausstaub nach dem Reinigen erneut?
Staub entsteht in Wohnräumen ständig neu und kann sich durch Bewegung, Luftströmungen und die Nutzung der Räume erneut verteilen. Deshalb ist es normal, dass nach dem Reinigen schon kurze Zeit später wieder Staub sichtbar wird. In diesem Artikel erfahren Sie, woher Hausstaub kommt, woraus er besteht und wie sich seine Ansammlung im Alltag reduzieren lässt.

Kaum ein Haushalt bleibt dauerhaft frei von Hausstaub. Schon wenige Tage nach dem Staubsaugen oder Wischen bildet sich auf Möbeln, Fensterbänken und Böden erneut eine feine Staubschicht. Viele Menschen empfinden sie lediglich als lästig, für Allergiker oder Personen mit empfindlichen Atemwegen kann Hausstaub jedoch deutlich größere Auswirkungen haben.
Dabei handelt es sich nicht um einen einheitlichen Stoff. Hausstaub ist vielmehr ein Gemisch aus unterschiedlichsten Bestandteilen. Dazu gehören unter anderem Hautschuppen, Textilfasern, Pollen, Tierhaare, mineralische Partikel sowie kleinste Kunststofffasern. Welche Bestandteile überwiegen, hängt von zahlreichen Faktoren wie der Wohnlage, der Anzahl der Bewohner, Haustieren oder den verwendeten Materialien in der Wohnung ab.
Hausstaub lässt sich nicht vollständig vermeiden – und das ist auch nicht notwendig. Entscheidend ist vielmehr, seine Entstehung zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Staubbelastung dauerhaft zu reduzieren.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Hausstaub entsteht, woraus er besteht, welche Auswirkungen er auf Mensch und Wohnumgebung haben kann und welche Maßnahmen sich im Alltag bewährt haben.
Was ist Hausstaub?
Hausstaub ist ein Gemisch aus zahlreichen kleinen Partikeln und Fasern, die in Innenräumen entstehen, von außen eingetragen werden oder sich durch die Nutzung eines Wohnraums verteilen. Er sammelt sich auf Böden, Möbeln, Textilien und anderen Oberflächen und kann teilweise auch in der Raumluft vorhanden sein.
Hausstaub entsteht aus unterschiedlichen Quellen. Ein Teil der Partikel wird innerhalb der Wohnung freigesetzt, beispielsweise durch Menschen, Haustiere, Kleidung, Möbel und andere Textilien. Weitere Bestandteile gelangen von außen in den Wohnraum – etwa über Schuhe, Kleidung, geöffnete Fenster oder die Außenluft.
Wie sich Hausstaub zusammensetzt und wo er sich besonders stark ansammelt, hängt deshalb von der jeweiligen Wohnsituation ab. Anzahl und Verhalten der Bewohner, Haustiere, Textilien, Bodenbeläge und die Umgebung des Hauses können dabei eine Rolle spielen.
Woraus besteht Hausstaub?
Hausstaub ist ein komplexes Gemisch. Je nach Wohnsituation können darin ganz unterschiedliche Partikel und Fasern vorkommen. Einige stammen direkt aus dem Haushalt, andere werden von außen eingetragen. Zu den typischen Bestandteilen gehören organische Partikel, mineralische Bestandteile und verschiedene Fasern.
Organische Bestandteile
Zu den organischen Bestandteilen von Hausstaub gehören unter anderem Hautschuppen, Haare, Pollen und andere biologische Partikel. Auch Bestandteile von Hausstaubmilben können im Staub vorkommen. Besonders in Textilien, Polstermöbeln und Matratzen können sich solche Partikel ansammeln.
Mineralische Bestandteile
Mineralische Partikel gelangen häufig von außen in den Wohnraum. Feine Boden- und Gesteinspartikel können beispielsweise über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände eingetragen werden. Auch Partikel aus der Außenluft können zum Staub in Innenräumen beitragen.
Synthetische Fasern und Partikel
Auch synthetische Fasern und Kunststoffpartikel können Bestandteil von Hausstaub sein. Sie können beispielsweise aus Kleidung, Teppichen, Polstermöbeln oder anderen Produkten des täglichen Lebens stammen. Der häufig verwendete Begriff „Mikroplastik“ sollte dabei nicht pauschal für jedes kleine Kunststoffpartikel verwendet werden.
Warum verteilt sich Hausstaub nach dem Reinigen erneut?
Hausstaub verschwindet durch das Reinigen nicht dauerhaft aus einem Wohnraum, weil ständig neue Partikel entstehen und bereits vorhandene Partikel wieder aufgewirbelt werden können. Menschen, Haustiere und Textilien geben fortlaufend Partikel ab. Gleichzeitig gelangen Bestandteile von außen in die Wohnung. Bewegung, Luftströmungen und alltägliche Aktivitäten können diese Partikel anschließend erneut im Raum verteilen.
Aus Trockenfiltersystemen kann mit dem Luftstrom ebenfalls feiner Staub wieder austreten. Aufgesaugte Essensreste, tote Insekten und andere Dinge im Beutel verwesen, zerfallen in kleinere Teile und erzeugen den typischen Geruch beim Staubsaugen.
Hausstaub entsteht laufend neu. Menschen verlieren Hautschuppen und Haare, Kleidung und andere Textilien geben Fasern ab und Haustiere tragen ebenfalls zu den Partikeln im Wohnraum bei. Hinzu kommen Partikel, die von außen eingetragen werden. Eine Reinigung entfernt deshalb immer nur den Staub, der zu diesem Zeitpunkt bereits vorhanden ist – sie beendet nicht die Quellen, aus denen neuer Staub entsteht.
Gleichzeitig bleibt nicht jeder Staub dauerhaft dort liegen, wo er sich zunächst abgelagert hat. Beim Gehen, Sitzen, Aufstehen, Lüften oder Bewegen von Textilien können bereits abgelagerte Partikel wieder in Bewegung geraten. Luftströmungen können sie anschließend an andere Stellen transportieren, wo sie sich erneut auf Oberflächen ablagern.
Deshalb muss der Staub, den Sie wenige Tage nach dem Reinigen auf einem Möbelstück oder einer Fensterbank sehen, nicht ausschließlich dort entstanden sein. Partikel können aus anderen Bereichen des Raumes stammen, von außen eingetragen worden sein oder zuvor in Textilien und auf anderen Oberflächen gelegen haben. Die sichtbare Staubschicht ist somit das Ergebnis verschiedener Staubquellen und Verteilungsprozesse.
Kurz gesagt:
Reinigen entfernt vorhandenen Hausstaub – die Entstehung neuer Partikel und ihre Verteilung im Wohnraum gehen jedoch weiter.
Welche Auswirkungen kann Hausstaub haben?
Hausstaub ist zunächst ein ganz normaler Bestandteil bewohnter Innenräume. Welche Bedeutung er für die Gesundheit hat, hängt jedoch davon ab, welche Bestandteile darin enthalten sind und in welcher Form sie vorkommen. Deshalb sollte sichtbarer Hausstaub nicht pauschal mit einer gesundheitlichen Belastung gleichgesetzt werden.
Hausstaub und Allergene
Allergene sind Stoffe, die bei entsprechend sensibilisierten Menschen eine allergische Reaktion auslösen können. Sie können Bestandteil des Hausstaubs sein und sich insbesondere dort ansammeln, wo sich viele Textilien und andere Staubablagerungen befinden. Hausstaubmilben finden beispielsweise in Matratzen, Bettwaren und Polstermöbeln günstige Lebensbedingungen.
Für Menschen ohne entsprechende Sensibilisierung bedeutet das Vorhandensein solcher Bestandteile nicht automatisch eine gesundheitliche Belastung. Bei bekannten Allergien kann es dagegen sinnvoll sein, die persönliche Belastung durch geeignete Hygienemaßnahmen zu reduzieren.
Hausstaub und Feinstaub sind nicht dasselbe
Der Begriff Hausstaub wird häufig mit Feinstaub gleichgesetzt. Fachlich handelt es sich jedoch um unterschiedliche Begriffe. Hausstaub bezeichnet ein Gemisch verschiedener Partikel und Fasern, während Feinstaub einen Teil der in der Luft schwebenden Partikel beschreibt, der anhand seiner Größe definiert wird. Dazu gehören unter anderem PM10 und die feinere Fraktion PM2,5.
Feine und ultrafeine Partikel können tief in die Atemwege gelangen. Innenräume haben dabei eigene Partikelquellen, beispielsweise Kochen, Verbrennung, Kerzen, Rauchen oder bestimmte Reinigungsvorgänge. Auch Staub kann durch Gehen, Wischen oder Staubsaugen wieder in die Raumluft gelangen.
Wie lässt sich Hausstaub reduzieren?
Hausstaub lässt sich in einem bewohnten Haushalt nicht vollständig vermeiden. Sinnvoll ist deshalb nicht der Versuch, eine Wohnung dauerhaft staubfrei zu halten, sondern die wichtigsten Staubquellen zu reduzieren und bereits abgelagerten Staub möglichst gründlich zu entfernen. Dabei kommt es nicht nur auf den Boden an: Auch Textilien, Polstermöbel, Matratzen und andere Oberflächen können Staub aufnehmen und wieder abgeben.
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Staub regelmäßig entfernen
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Textilien berücksichtigen
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Staub nicht unnötig aufwirbeln
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Eingetragenen Schmutz reduzieren
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Richtig lüften
Staub regelmäßig entfernen
Regelmäßiges Reinigen verhindert, dass sich größere Mengen Staub über längere Zeit ansammeln. Neben Böden sollten dabei auch häufig übersehene Flächen wie Möbel, Fensterbänke, Heizkörper und andere staubanfällige Bereiche berücksichtigt werden.
Textilien berücksichtigen
Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel, Bettwaren und andere Textilien können Staub und Fasern aufnehmen. Je nach Material und Nutzung kann es deshalb sinnvoll sein, diese Bereiche regelmäßig zu reinigen und nicht nur die sichtbaren Hartflächen zu berücksichtigen.
Staub nicht unnötig aufwirbeln
Bei der Reinigung sollte möglichst verhindert werden, dass bereits abgelagerte Partikel wieder großflächig in die Raumluft gelangen. Die Art der Reinigung spielt dabei eine Rolle. Die EPA weist beispielsweise darauf hin, dass Gehen, Wischen, Staubwischen und Staubsaugen abgelagerten Staub wieder aufwirbeln können.
Eingetragenen Schmutz reduzieren
Ein Teil der Partikel gelangt von außen in die Wohnung. Sie können beispielsweise über Schuhe, Kleidung oder die Außenluft eingetragen werden. Gerade im Eingangsbereich kann es deshalb sinnvoll sein, den Eintrag von Schmutz möglichst gering zu halten.
Richtig lüften
Lüften beeinflusst die Innenraumluft und kann dazu beitragen, die Raumluftqualität zu verbessern. Gleichzeitig können über geöffnete Fenster auch Partikel aus der Außenluft in den Wohnraum gelangen. Wie sinnvoll und wie häufig gelüftet werden sollte, hängt deshalb unter anderem von der Außenluft und der jeweiligen Wohnsituation ab.
Häufige Irrtümer
Rund um Hausstaub gibt es einige verbreitete Vorstellungen, die bei genauerer Betrachtung nicht ganz zutreffen. Oft wird dabei angenommen, dass sichtbarer Staub unmittelbar mit der Qualität der Reinigung zusammenhängt oder dass sich seine Herkunft eindeutig bestimmen lässt. Die folgenden Beispiele zeigen, warum das nicht immer so einfach ist.
„Wenn ich jeden Tag sauge, darf eigentlich kein Staub mehr entstehen.“
Das ist ein Irrtum. Staub entsteht in einem bewohnten Raum ständig neu. Menschen, Haustiere und Textilien geben laufend Partikel ab, gleichzeitig können Partikel von außen eingetragen werden. Reinigung entfernt den bereits vorhandenen Staub, verhindert aber nicht seine erneute Entstehung.
„Hausstaub besteht hauptsächlich aus Haut.“
So pauschal lässt sich das nicht sagen. Hausstaub ist ein Gemisch aus vielen unterschiedlichen Bestandteilen. Dazu können unter anderem Hautpartikel, Haare, Textilfasern, Pollen, mineralische Partikel und synthetische Fasern gehören. Welche Bestandteile überwiegen, hängt von der jeweiligen Wohnsituation ab.
„Alles, was auf dem Boden liegt, ist auch dort entstanden.“
Nein. Partikel können von anderen Stellen des Wohnraums stammen oder von außen eingetragen werden. Durch Gehen, Luftbewegungen und andere Aktivitäten können sie sich im Raum verteilen und schließlich auf dem Boden oder anderen Oberflächen ablagern.
„Je sauberer eine Wohnung aussieht, desto weniger Staub befindet sich in der Luft.“
Auch das lässt sich nicht allein am sichtbaren Zustand einer Wohnung beurteilen. Ein sauber wirkender Raum kann trotzdem feine Partikel in der Raumluft enthalten. Umgekehrt bedeutet eine sichtbare Staubablagerung nicht automatisch, dass die Raumluft dauerhaft stark belastet ist. Sichtbare Ablagerungen und Partikel in der Raumluft sollten deshalb nicht gleichgesetzt werden.
Fazit
Hausstaub lässt sich in einem bewohnten Zuhause nicht vollständig vermeiden. Er entsteht ständig neu, wird von außen eingetragen und kann sich durch Bewegung und Luftströmungen erneut im Wohnraum verteilen. Deshalb ist es normal, dass nach dem Reinigen schon nach kurzer Zeit wieder Staub sichtbar wird.
Entscheidend ist nicht, eine Wohnung dauerhaft staubfrei zu halten. Sinnvoller ist es, die wichtigsten Staubquellen zu kennen, Staub regelmäßig zu entfernen und auch Bereiche wie Textilien, Polstermöbel und Matratzen zu berücksichtigen.
Wer versteht, woher Hausstaub kommt und wie er sich im Wohnraum verteilt, kann die eigene Reinigung gezielter gestalten und unnötige Staubansammlungen reduzieren.
Hausstaub nach dem Reinigen ist kein Zeichen dafür, dass falsch oder nicht gründlich genug gereinigt wurde. Er ist das Ergebnis eines fortlaufenden Prozesses, der in jedem bewohnten Raum stattfindet.
Quellen
- Umweltbundesamt (UBA): Lüften ist das beste Mittel gegen Staub (18.08.2016).
Informationen zu Herkunft und Zusammensetzung von Staub in Innenräumen sowie zum Eintrag über Außenluft, Kleidung und Schuhe. - U.S. Environmental Protection Agency (EPA): Sources of Indoor Particulate Matter (PM).
Informationen zu Innenraumstaub, seinen Quellen und Bestandteilen sowie zur Wiederaufwirbelung durch Gehen, Reinigen und Staubsaugen. - U.S. Environmental Protection Agency (EPA): Indoor Air Pollution: An Introduction for Health Professionals.
Informationen zur Wiederaufwirbelung feiner Partikel bei Reinigungsvorgängen sowie zu Hausstaub und biologischen Schadstoffen. - Qian, J.; Ferro, A. R.; Fowler, K. R. (2008): Estimating the resuspension rate and residence time of indoor particles. Journal of the Air & Waste Management Association, 58(4), 502–516.
Wissenschaftliche Untersuchung zur Wiederaufwirbelung von Partikeln durch menschliche Aktivitäten in Innenräumen. - Ferro, A. R.; Kopperud, R. J.; Hildemann, L. M. (2004): Source strengths for indoor human activities that resuspend particulate matter. Environmental Science & Technology, 38(6), 1759–1764.
Untersuchung der Partikelfreisetzung durch Aktivitäten wie Gehen, Staubwischen, Bettenmachen und Staubsaugen. - Umweltbundesamt (UBA): Feinstaub in Innenräumen.
Grundlagen zu Feinstaub in Innenräumen, seinen Quellen und gesundheitlicher Bedeutung.